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Fastenaktionen

7 Wochen Ohne - Menschen umarmen sich
7 Wochen Ohne/Getty Images

Traditionell beginnt mit Aschermittwoch die Passionszeit. Christinnen und Christen erinnern sich in den rund sieben Wochen vor Ostern an die Leidensgeschichte Jesu: die Verurteilung, den Verrat und die Kreuzigung. Die Passionszeit wird auch Fastenzeit genannt, da viele Gläubige fasten oder sich Zeit nehmen für Besinnung und Gebet. Laut der Bibel hat sich Jesus nach der Taufe für 40 Tage in die Wüste zurückgezogen ohne Essen und Trinken. Daran knüpft die siebenwöchige oder 40tägige Fastenzeit an. Schon seit dem Jahr 400 sollen sich Christen mit Verzicht auf das Osterfest vorbereitet haben. Traditionell verzichteten sie auf Essen oder auf bestimmtes Essen wie Fleisch oder andere tierische Produkte. Heute geht es in der Fastenzeit mehr um bewusstes Leben, der auch spürbaren Verzicht enthalten kann. Im evangelischen Raum sind verschiedene Fastenaktionen entstanden, die vom 14. Februar bis 30. März bzw. 1. April einladen, sich zu beteiligen. Zwei stellen wir Ihnen vor.

Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge

Vom 14. Februar bis 1. April, also 47 Tage, lädt die Fastenaktion der evangelischen Kirchen „7 Wochen ohne“ zum Innehalten ein. „Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“ ist das diesjährige Motto. Ralf Meister, Landesbischof in Hannover und Botschafter der Aktion, schreibt in seiner Einladung zum Mitmachen:

„Das Fastenmotto „Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“ ist für mich ein Volltreffer. Wie schaue ich auf mein Leben, das hin- und herschwingt zwischen mir und den anderen, den anderen und mir? Auf welche Alleingänge kann ich verzichten? Wo brauche ich die Einsamkeit und das stille Nachdenken?“

In sieben Wochenthemen wird das Motto entfaltet. „Miteinander gehen“ steht über der ersten Woche und lädt ein, für Zufallsbegegnungen offen zu sein und im Inneren immer einen Platz frei zu halten für Begegnungen.

Und welche Begegnungen das sein können, das wird in den weiteren sechs Wochen entfaltet:

  • „Mit den Liebsten“ – mit denen, die uns Nahe sind.
  • „Mit denen da drüben“ – also mit den Fremden,
  • „Mit der Schöpfung“ – keine Alleingänge ohne Pflanzen und Tiere,
  • „Mit der weiten Welt“ – den Blick weiten über das eigene Land hinaus
  • „Mit den Anvertrauten“ – mit denen wir das Leben teilen in guten und schweren Zeiten und
  • „Mit Gott“ – in dem Wissen: egal was passiert, Gott ist immer auf meiner Seite.

Ralf Meister fährt fort:

„Manches wird Ihnen nahe sein, während anderes Sie Überwindung kosten mag. Abschweifen in das Alleinsein ist erwünscht, Aufbruch auch: „Komm rüber!“ Denn Segen ist an das Aufbrechen gebunden, nicht an das Verharren. Neue Gedanken wagen, der anderen Meinung ohne Furcht begegnen – das macht reich. Freuen wir uns auf die Herausforderung! Fastenzeit ist kein Verzicht um des Verzichts willen. Sie führt uns zu neuen Erfahrungen, im Alleinsein und im Miteinander.“

Mehr Informationen findet man unter www.7Wochenohne.de . Dort können Sie auch einen Fastenkalender bestellen, der einem für jeden Tag eine Anregung gibt zum Nachdenken und nachmachen!

Achtsam mit Gottes Schöpfung umgehen
Aktion Klimafasten lädt zum klimagerechten Lebensstil ein

Vom 14. Februar bis zum 30. März 2024, laden kirchliche Initiativen von 24 evangelischen und katholischen Partner*innen, dazu ein, den Klimaschutz ins Zentrum der Fastenzeit zu stellen. „Mach dich gemeinsam mit uns und anderen auf den Weg. Lass uns achtsam mit Gottes Schöpfung umgehen und einen verantwortungsvollen, klimagerechten Lebensstil entdecken und fortführen“, heißt es im Aufruf. Alle sind also eingeladen, die Fastenzeit als Zeit der Besinnung zu nutzen. Die Fastenaktion möchte dazu ermutigen, den Blick gezielt auf den Klimaschutz zu lenken. In diesem Jahr liegt der Fokus darauf, den eigenen Lebensstil zu erkunden und ihn im Sinne des Klimas gerechter zu gestalten. Im Aufruf heißt es weiter: „Lass dich inspirieren und übernimm neue Verhaltensweisen in
deinen Alltag. Ganz nach dem Motto: “So viel du brauchst …” Jede der sieben Wochen widmet sich einem spezifischen Thema und lädt dazu ein, darüber nachzudenken und aktiv zu werden:

1. Woche: Maßhalten und das richtige Gleichgewicht finden

2. Woche: Ernährung neu denken und alternativen Ansätzen folgen

3. Woche: Bewusster Umgang mit Energie

4. Woche: Neues Denken in Bezug auf Mobilität

5. Woche: Finanzielle und politische Aspekte beleuchten

6. Woche: Lokales Handeln und Einflussnahme in der näheren Umgebung

7. Woche: Nachhaltige Veränderungen anstreben und umsetzen

Anregungen und Impulse sind auf der Homepage der Initiative https://klimafasten.de/ zu finden. Dort kann man sich auch eine Broschüre herunterladen, die einem in den sieben Wochen begleitet.

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